Hören - Gleichgewicht - Körpersinn

Die audititve Wahrnehmung (Hören)
Keine Frage: Hätten wir keine Ohren, wäre die Welt um uns herum mucksmäuschenstill. Nur mit ihrer Hilfe können wir laute und leise, hohe und tiefe Töne sowie ihre Bedeutung wahrnehmen.

Doch wussten Sie auch, dass die Geräusche aus der Umwelt unsere Ohren als Schallschwingungen erreichen bzw. dort von der Ohrmuschel aufgefangen werden? Durch den äußeren Gehörgang werden sie anschließend auf das Trommelfell weitergeleitet. Dieses Häutchen ist nur pfenniggroß und für die Weiterleitung des Schalls an die Gehörknöchelchen Hammer, Ambos und Steigbügel verantwortlich. Sie wandeln die auf das Trommelfell treffenden Schwingungen in Knochenschwingungen um, wodurch wiederum das Hörwasser der im Innenohr liegenden sogenannten Schnecke in Bewegung gerät. In dieser befinden sich schließlich auch die Sinnesrezeptoren für das Gehör, die über den Hörnerv die Verbindung zum Gehirn herstellen - sprich die Impulse an unser Hirn weiterleiten, wo sie in Geräusche umgesetzt werden?

Bastelanleitung für ein Geräuschmemory
Alter

ab 3 Jahre

Material1 leerer Schuhkarton (Farben zum Bemalen des Schuhkartons), 12 leere, schwarze Filmdöschen, Trichter sowie zum Befüllen der Dosen: Sand, Steinchen, Wasser, Kastanien, Mehl etc.
Spielidee

Der Schuhkarton wird die Spielverpackung - bunt bemalt macht er sich natürlich besonders schön im Spieleregal. Befüllen Sie anschließend mit Hilfe des Trichters jeweils zwei Filmdöschen mit dem gleichen Material. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Döschen in etwa gleich hoch gefüllt sind. Anschließend schließen Sie die Deckel der Döschen fest zu. Fertig ist das Geräuschmemory.

Die Spielregeln des Geräuschmemorys sind die gleichen wie die des klassischen Memoryspiels.



Die vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn)
Haben Sie gewusst, dass unsere Ohren nicht nur zum Hören da sind? Auch unser Gleichgewichtsorgan hat seinen Sitz im Innenohr. Direkt neben der Schnecke sitzend, übernimmt der Vestibulärapparat die Aufgabe, unsere Körperlage sowie die Orientierung im Raum festzustellen. Der Gleichgewichtssinn, auch vestibuläre Wahrnehmung genannt, wird häufig in seiner Bedeutung unterschätzt, da seine Funktionen größtenteils unterbewusst ablaufen. Doch ohne den Gleichgewichtssinn wären wir nicht in der Lage, aufrecht zu gehen oder Fahrrad zu fahren sowie uns im Raum zu orientieren.


Tipps aus der Praxis
Kleine Balancierkünstler

Planen Sie, wenn Sie mit Ihrem Sprössling zu Fuß unterwegs sind, regelmäßig ein wenig mehr Zeit ein, um seinen Balancier-Wünschen nachzugeben. Denn das Balancieren über Stock und Stein ist ideal für die Entwicklung eines guten Gleichgewichtssinns, genauso wie Rollerfahren und Trampolinspringen.



Die kinästhetische Wahrnehmung (Tiefensensibilität oder Körpersinn)
Während die bisher genannten Sinne des Menschen bereits sehr früh in der Medizin berücksichtigt wurden, stieß erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts der schottische Physiologe Charles Bell auf die sogenannte kinästhetische Wahrnehmung. Unter ihr wird die Lage- und Bewegungsempfindung verstanden, die nicht durch das Sehen vermittelt wird. Genauer gesagt sind wir mit ihrer Hilfe z.B. in der Lage, auch mit geschlossenen Augen oder im Dunkeln unseren Mund zu finden, wenn wir in einen Apfel beißen möchten, oder beim Beifallklatschen nicht ständig auf unsere Hände schauen zu müssen, damit die eine Handfläche die andere trifft. Das heißt: Durch den kinästhetischen Sinn ist es uns möglich, auch mit geschlossenen Augen wahrzunehmen, wo sich welches unserer Körperteile befindet und zudem Richtung, Geschwindigkeit und benötigte Muskelkraft unserer Bewegungen richtig einzuschätzen.

Im Gegensatz zu den anderen Sinnen des menschlichen Körpers wird die kinästhetische Wahrnehmung nicht über ein einzelnes Sinnesorgan gesteuert, sondern über sogenannten Tiefensensoren, die sich über den gesamten Körper verstreut in den Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln befinden. Kinästhetische Reize werden deshalb auch nicht aus der Umwelt ?mitgeteilt?, sondern direkt aus dem eigenen Körper.