Bewegung macht schlau

Wissen Sie, was Rückwärtsgehen mit Mathematik oder Springen vom Klettergerüst mit Physik zu tun hat? Eine ganze Menge - denn ob Sie es glauben, oder nicht: Bewegung macht schlau! Denn durch tägliches Spielen, Toben und Bewegen bleiben Kinder nicht nur fit und gesund, sie entwickeln außerdem ihre geistigen Fähigkeiten.

Kinder bilden sich mit und durch Bewegung - sie ist die Grundlage für jegliches Lernen: Sie müssen selber Erfahrungen machen und Dinge und Gesetzmäßigkeiten am eigenen Körper erlebt haben, um sie zu begreifen.

Mit anderen Worten: Erst wenn Kinder bewusst mit ihrem Körper vorne und hinten, oben und unten, rechts und links, Schwere und Schwerkraft erfahren, können sie später in der Schule leichter rechnen, schreiben und lesen lernen sowie physikalische und natürliche Gesetzmäßigkeiten verstehen.


Einige Beispiele: Bewegungserfahrungen und...

  • Mathematik: Wer rückwärts gehen kann, dem wird auch das rückwärts Zählen nicht schwer fallen.  Die Erfahrung einer erlebten Situation - je mehr Schritte ich von etwas weg mache, desto größer ist die Entfernung (hier: rückwärts gehen) - lässt Kinder eine abstrakte Rechenaufgabe wie rückwärts zählen leichter bewältigen.
  • Naturwissenschaften: Wer schon mal von einem Klettergerüst heruntergesprungen ist, wird einen Begriff wie Schwerkraft leichter nachvollziehen und verstehen können. Erst durch die aktive Auseinandersetzung mit der Welt lernen Kinder, Ursachen und Wirkungszusammenhänge von Dingen und von sich selber kennen. Dabei lernen sie ihren Körper einzuschätzen und einzusetzen, Gleichgewicht zu halten und den Körper zu stoppen. Auf diese Weise erleben sie physikalische Gesetzmäßigkeiten wie Balance oder Geschwindigkeit am eigenen Körper, machen Erfahrungen über räumliche Beziehungen und erlernen Begrifflichkeiten wie oben und unten, weit und nah, viel und wenig.
  • Konzentration: Wer sich auf wackeligem Untergrund halten kann, wird in der Schule leichter ruhig und stabil sitzen und sich konzentrieren können. Über Bewegung entdecken Kinder spielend ihre Sinne - zum Beispiel beim Balancieren auf kleinen Mauervorsprüngen den Gleichgewichtssinn. Dieser Sinn ist wichtig, um beispielsweise in der Schule die Aufmerksamkeit halten zu können. Denn erst wenn Kinder ihr Gleichgewicht halten können, werden sie in der Lage sein, ruhig und stabil auf einem Stuhl zu sitzen und sich zu konzentrieren.


Fakten zum Staunen
Bewegung unterstützt die Entwicklung des Zentralnervensystems

Zum Zeitpunkt der Geburt weist das menschliche Gehirn mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen auf, die jedoch erst dann funktionsfähig sind, wenn sie miteinander verknüpft werden. Die Hirnforschung zeigt, dass Muskelaktivitäten und speziell koordinierte Bewegungen zur Produktion von Neurotrophinen ("Nervennährstoffe") führen, die das Wachstum von Nervenzellen anregen und die Anzahl neuronaler Verbindungen vermehren.