Gesund aufwachsen

Auf einen Blick: U1 bis U9 und J1

Von der U1 bis zur U9 und J1 - was wird untersucht, getestet und besprochen? In unserem Überblick erfahren Sie, worauf Ihr Kinderarzt bei den einzelnen Untersuchungsterminen ganz besonders achtet.

Im Mittelpunkt aller zehn Früherkennungsuntersuchungen steht die gesunde und altersgerechte Entwicklung Ihres Kindes. Daher gehören die Überprüfung von Gewicht, Größe und Reflexe sowie das Abtasten der großen Organe durch die Bauchdecke bei jeder U-Untersuchung auf dem Programm. Daneben hat jeder Untersuchungstermine seinen eigenen Schwerpunkt.


Fakten zum Staunen
Jede U-Untersuchung hat ihren optimalen Zeitraum

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum für jede der zehn U-Untersuchungen bestimme Zeiträume empfohlen werden, innerhalb derer der jeweilige Untersuchungstermin wahrgenommen werden sollte - wie für die U4 der 3. bis 4. Lebensmonat? Der Grund ist: Die Früherkennung von möglichen Entwicklungsproblemen ist nur in bestimmten Altersspannen Erfolg versprechend. So liegt z.B. der Termin für die U3 in der vierten und sechsten Lebenswoche, um eine Fehlstellung der Hüftgelenke früh- bzw. rechtzeitig  zu erkennen und mit größerer Aussicht auf Erfolg zu behandeln.



Die Untersuchungstermine in den ersten Lebenswochen

U1 - am ersten Lebenstag
Die erste Untersuchung, die U1, erfolgt bereits wenige Minuten nach der Geburt. Mit Hilfe des so genannten APGAR-TEST werden stufenweise die wichtigsten Lebensfunktionen wie Atmung, Puls, Grundhaltung, Aussehen (gesunde/ rosige Hautfarbe) und Reflexe beurteilt. So wird kontrolliert, ob Ihr Baby die Geburt gut und wohlbehalten durchgestanden hat. Ebenfalls auf dem Programm steht das Maß nehmen von Größe, Gewicht und Kopfumfang, um zu prüfen, ob alles im richtigen Verhältnis zueinander steht.

U2 - zwischen dem 3. und 10. Lebenstag
Im Mittelpunkt stehen diesmal Reflexe, Beweglichkeit, Funktion von Herz und Lunge sowie der Stoffwechsel (Fahndung nach angeborenen Stoffwechselstörungen, die, unbehandelt, zu schweren Störungen führen würden).

U3 - in der 4. und 6. Lebenswoche
Kopfwachstum, Fontanellen-Zustand, Hüftentwicklung (sofern nicht schon in der Geburtsklinik eine Ultraschall-Untersuchung gemacht worden ist). Jetzt fragt der Arzt auch nach dem Trinkverhalten und den Schlafgewohnheiten, denn dies lässt einige Rückschlüsse auf das Befinden des Babys zu. Getestet werden zudem altersgerechte Bewegungen sowie Hörvermögen und Augenreaktion.



Die Untersuchungstermine in den ersten Lebensmonaten

U4 - im 3. und 4. Lebensmonat
Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Termin auf der motorischen Entwicklung, auf dem Hör- und Sehvermögen und auf ersten Signalen der Kontaktfähigkeit. In dieser Untersuchung möchte der Arzt zum Beispiel sehen, ob das Kind auf Zuwendung mit einem Lächeln reagiert, ob es sein Köpfchen selbstständig halten kann, wenn es hochgehoben wird, und ob es auch in der Bauchlage den Kopf schon eine kurze Weile halten kann. Wenn die Eltern einverstanden sind, beginnen mit der U4 die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen.

U5 - im 6. und 7. Lebensmonat
Untersuchungsschwerpunkte sind in diesem Alter Sehvermögen, Gleichgewichtssinn und Muskelspannung. Hier wird u. a. geprüft, ob das Baby seinem Gegenüber in die Augen sieht, ob es "brabbelt", und ob es nach Dingen greift, die man ihm hinhält. Außerdem sollte sich das Baby nun von der Rücken- in die Bauchlage drehen und  sich mit geöffneten Händchen abstützen können, um die Bauchlage zu halten.

U6 - im 10. und 12. Lebensmonat
Neben dem Seh- und Hörvermögen und der Beweglichkeit wird jetzt das Verhalten des Babys insgesamt beobachtet bzw. abgefragt: Ist es neugierig oder eher scheu? Kann es krabbeln und sitzen? Zieht es sich schon zum Stehen hoch, oder läuft es vielleicht sogar schon ein paar Schritte? Reagiert es auf vertraute Geräusche? Kann das Kind vom Löffel essen? Kann es vertraute Bilder wiedererkennen (z. B. in Tierbüchern)? Versucht es, Klötzchen in die passenden Öffnungen zu stecken? Außerdem wichtig: Spricht das Kind schon erste Wörter?



Die Untersuchungstermine ab dem zweiten Lebensjahr

U7 - im 21. und 24. Lebensmonat
Nun ist das Kind fast zwei Jahre alt, und es beginnen die Kleinkinduntersuchungen, die in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden. Der Arzt möchte nun sehen, ob das Kind ohne Unterstützung laufen kann, ob es sich bücken und wieder aufrichten kann. Wieder mit im Programm ist die Prüfung des Hör- und Sehvermögens. Jetzt wird auch wichtig, ob das Kind bekannte Gegenstände benennen kann, ob es auf einfache Fragen reagiert, und ob es in der Lage ist, Zweiwortsätze zu bilden. Außerdem wird gefragt, inwieweit die Kontrolle von Blase und Darm schon funktioniert.

U7a - im 34. und 36. Lebensmonat
Seit dem 01. Juli 2008 können Sie die so genannte U7a, eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung für Kinder im Alter von drei Jahren, ebenfalls auf Kassenkosten in Anspruch nehmen. Sie schließt die Früherkennungslücke zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr. Im Mittelpunkt dieser U-Untersuchung steht neben dem Erkennen und Behandeln von Sehstörungen vor allem die sprachliche und körperliche Entwicklung des Kindes. Fallen dem Arzt Entwicklungsverzögerungen auf, wird der mit den Eltern mögliche Behandlungsmaßnahmen wie z.B. Logopädie oder Ergotherapie besprechen.

U8 - im Alter von 3 ½ Jahren bis 4 Jahren
Bei diesem Untersuchungstermin wird der Arzt erneut Seh- und Hörvermögen intensiv testen. Darüber hinaus wird geprüft, ob der Zuckerstoffwechsel normal funktioniert. Weiterhin wichtig: die körperliche Geschicklichkeit (Kann das Kind auf einem Bein stehen?), die Entwicklung der Sprache sowie Kontaktfähigkeit, Sozialverhalten und Selbstständigkeit.

U9 - im fünftem Lebensjahr
Da nun die Einschulung nicht mehr weit ist, geht es bei diesem Termin noch einmal ganz intensiv um Hör- und Sehvermögen, um Sprach-, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, um Selbstständigkeit und Konzentration.


Im Jugendalter folgt schließlich die J1 - im 13. bis 15. Lebensjahr
Die sogenannte Jugendgesundheitsuntersuchung soll einerseits zeigen, ob die Pubertätsentwicklung normal verläuft, sie soll andererseits aber auch die seelische Situation des Jugendlichen beleuchten, wie etwa Probleme mit den Eltern, in der Schule oder mit den Altersgenossen. Zur J1 gehören u. a. die Überprüfung des Impfstatus, eine Blutuntersuchung sowie ein Aufklärungsgespräch zu Sexualität und Suchtgefahren.


(Quelle: BKK Bundesverband, Eltern family)