Gesundes Familienleben

Gemeinsam essen und kochen macht Spaß

Essen ist ein Gemeinschaftserlebnis - und das schon seit Urzeiten. Seit je her kommen Menschen zusammen, um gemeinsam zu essen und zu trinken - ob am Lagerfeuer oder Esstisch. Auch in der Familie sind Mahlzeiten ein wichtiger Treffpunkt: Gemeinsam zu essen bedeutet beisammen sein, miteinander reden, lachen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und vermittelt Geborgenheit. Tipps rund um den gemeinsamen Koch- & Ess-Spaß finden Sie hier.

Damit das Essen zum Erlebnis wird: Tipps für Ihre gemeinsamen Familienmahlzeiten
Das Erleben von Gemeinschaft, Genuss und Spaß gehören ebenso zu einer "gesunden" Ernährung wie eine ausgewogene Lebensmittelauswahl. Tischregeln und Rituale können Sie im Familien-Alltag unterstützen, dass Essen zum Erlebnis werden zu lassen. Denn: positive Erfahrungen bei gemeinsamen Mahlzeiten tragen maßgeblich dazu bei, dass Kinder ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln.


Gemeinsam kochen macht Spaß

  • Kleine Küchenmeister: Selbst die Kleinsten sind schon mit Freude und Neugierde dabei, wenn sie beim Zubereiten von Mahlzeiten mithelfen dürfen. Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein werden dabei ganz von allein gefördert. Und nicht zuletzt zeigt die Erfahrung, dass alles was selbst gekocht oder gebacken wird, mindestens doppelt so gut schmeckt.
    Tipp: Kleine Köche könne mit 2 bis 3 Jahren: Brotscheiben mit Butter und Honig bestreichen oder mit Wurst und Käse belegen... Haferflocken, Rosinen und Nüsse zu einem Müsli mischen... Obst, Gemüse und Kartoffeln waschen... Joghurt- oder Quarkspeisen verrühren...
  • Essgarten: Wie wäre es außerdem, wenn Sie gemeinsam auf der Fensterbank Kresse ziehen oder auf dem Balkon einen Tomatenstrauch anpflanzen?

Ideen rund um den Esstisch

  • Gemeinsamer Speiseplan: Was auf den Tisch kommt sollten nicht nur Erwachsene bestimmen. Kinder, die beim Speiseplan mitreden dürfen, essen auch lieber mit.
    Tipp: Wie wäre es mit einem Wochenritual: An einem Tag der Woche schauen Sie gemeinsam in das (Kinder-) Kochbuch und wählen gemeinsam aus, was es zu essen gibt. 
  • Tischchef: Ernennen Sie täglich wechselnd ein Familienmitglied als "Tischchef", der für das Decken und Abräumen des Tisches sowie Verteilen der Getränke verantwortlich ist. Auf diese Weise kann Ihr Kind nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern lernt dadurch auch den Umgang mit Geschirr und Essen.Tisch decken: Ein hübsch gedeckter Tisch ist für eine gemütliche Mahlzeit von wesentlicher Bedeutung. In einer entspannten Atmosphäre spüren Kinder, dass Essen Genuss ist und Freude bereiten kann.
    Tipp: Schmücken Sie gemeinsam den Tisch mit selbst gesammelten Blumen oder Kastanien. Unverwechselbar und einmalig können Sie Ihren Tisch mit selbst gebastelten Tischsets gestalten. Mit Hilfe selbstklebender Folie oder einem Laminiergerät werden gemalte Bilder ganz leicht zu halt- und abwaschbaren Sets.

Während des Essens

  • Spielzeug- & fernsehfreie Zeit: Spielsachen und Bücher werden während des Essens von den Tischen verbannt, denn sie lenken vom Essen ab und stören das Tischgespräch. Ebenso sollten die gemeinsamen Mahlzeiten zur Fernseh- und Radiofreien Zeit erklärt werden.
  • Tischrituale: Beginnen und beenden Sie das Essen gemeinsam, denn wenn jeder kommt und geht, wie es ihm gefällt, wird keine Tischgemeinschaft aufkommen. Rituale wie ein Tischspruch, Gebet oder Lied zu Beginn sowie das gegenseitige Abwarten am Ende lassen diese Regel ganz selbstverständlich werden.
  • Essen ist kein Erziehungsmittel: Verknüpfen Sie das Essen nicht mit Erziehungsmaßnahmen, wie z.B. "Es gibt nur Nachtisch, wenn du vorher vom Hauptgericht probiert hast." Ferner sollten Sprüche, wie "iss auf, sonst scheint morgen nicht die Sonne" vermieden werden, da sie Kinder unnötig unter Druck setzen.
  • Geduld und Gelassenheit: Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, ob, was und wie viel es essen will - und respektieren Sie sein  Sättigungsgefühl. Machtkämpfe am Tisch verderben die Freude am Essen. Beim Probieren neuer Speisen sind gewiss Ausdauer und Geduld nötig, denn manchmal bedarf es beim Anbieten neuer Speisen einige Male, bevor der Nachwuchs probiert. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit Freude und Vorbild erreichen Sie eine ganze Menge.
    Tipp: Ab einem Alter von drei Jahren kann sich Ihr Kind ab und zu auch schon mal seine Portion selbst auf den Teller füllen. Auf diese Weise werden Selbstständigkeit und Selbsteinschätzung gefördert und motorische Tätigkeiten eingeübt.



Fakten zum Staunen

Ausgezeichnetes Hunger- und Sättigungsgefühl

Sie haben Zweifel, ob Sie Ihrem Kind zutrauen können, selbst zu entscheiden, wie viel es essen will? Seien Sie ganz gelassen, denn bei kleinen Kindern funktioniert das angeborene Hunger- und Sättigungsgefühl noch ausgezeichnet. Es ist ganz normal, dass sie mal mehr und mal weniger zu sich nehmen. Wie ein legendäres Experiment Anfang des 20. Jahrhunderts zeigte, wissen Kinder zudem instinktiv, was gut für ihren Körper ist: Drei Kinder im Alter von rund neun Monaten durften mehrmals täglich aus einer Vielzahl frisch zubereiteter Lebensmittel auswählen. Das verblüffende Ergebnis war, dass sich die frei gewählte Nahrung als optimal für Gewicht, Wachstum, Knochenentwicklung und Gesundheit erwies.