Kinderbücher

3x täglich pusten - Geschichten zum Gesundwerden (ab 6)

Was bisher geschah: Nina liegt in ihrem Bett und hat Schüttelfrost. Ihre Mutter hat ihr eine Tasse Tee gemacht. Auf ihrem Nachttisch steht Zwieback und daneben die Medizinflasche und ein Löffel. Ninas Mutter ist in die Küche gegangen und macht ihr eine Wärmflasche. Nina mag ihre rote Wärmflasche sehr gerne, weil sie so warm und weich ist.

Auszug aus dem Buch...

[...] Hallo, ist jemand zu Hause?, fragte plötzlich eine Stimme. Nina schüttelte sich. Wo kam denn diese Stimme her? Ich bin es, sagte eine tiefe Stimme. Nina schaute sich um. Sie sah niemanden. Wer bist du denn?, fragte Nina zitternd. Ich bin es, Herr Schüttelfrost, sagte der Mann mit dem Zylinder.

Nina setzte sich auf. Am Fußende ihres Bettes stand ein Mann, der aussah wie ein Schneemann mit Schal und Hut. Herr Schüttelfrost kitzelte ihre Füße. Nina war nicht zum Lachen zu Mute, sie fror und steckte die Füße schnell unter die Decke. Du bist der Schüttelfrost?, fragte Nina. Kein Wunder, dass mir kalt ist. Der Schüttelfrost lachte. Es klang so, als wenn Eiswürfel in einem Glas geschüttelt würden. Nina bibberte.

Ich habe nun genug gefroren, sagte sie und zog ihre weggerutschte Decke wieder über sich. Was hast du gegen die Kälte?, fragte Herr Schüttelfrost beleidigt und hauchte Nina seinen kalten Atem zu. Nichts, schlotterte Nina, nur wenn ich davon frieren muss, dann stört sie schon. Wir könnten doch zusammen Winter spielen, sagte Herr Schüttelfrost. Ich bin der Winter und du frierst.
Doofes Spiel, murmelte Nina.

Draußen schob sich eine Wolke vor die Sonne und der Ahornbaum vor ihrem Fenster schüttelte sich hin und her. Nina wünschte sich ihre Mutter herbei. Ihre Mutter wollte doch die Wärmflasche holen. Plötzlich hörte sie eine warme, liebevolle Stimme: Lassen Sie doch das Kind in Ruhe, sagte die Stimme. Nina traute ihren Augen nicht. Neben ihr lag Frau Wärmflasche und drückte sich an sie. Nina wurde es gleich wärmer. Wer sind Sie denn, Gnädigste?, fragte Herr Schüttelfrost misstrauisch.
Ich bin Frau Wärmflasche, sagte die Wärmflasche freundlich. Oh nein, schrie Herr Schüttelfrost, Wärme ist nichts für den Schüttelfrost. Vor Schreck fiel er auf den Boden und schaute vorsichtig über das Bettende. Nina schien es besser zu gehen. Sie hatte rote Backen und atmete ruhig. Mir gefällt Frau Wärmflasche, sagte Nina, sie liegt in meinem Bett und ist meine Freundin. Und ich bin dein Freund, sagte Herr Schüttelfrost. Denn wenn du mich nicht hättest, könntest du gar nicht gesund werden.

Nina schüttelte sich. Sie war nur krank geworden, weil sie unter dem Rasensprenger herumgehüpft war. Als es abends kälter wurde, hatte sie vergessen die nassen Sachen zu wechseln. Am nächsten Morgen war sie aufgewacht und hatte Schüttelfrost. Langsam erhob sich Herr Schüttelfrost und schlich in die Nähe des Nachtisches.
Er stupste Frau Wärmflasche vorsichtig an. Ich hörte von einigen Kollegen, wie angenehm die Wärme sei. Nur müssen wir aufpassen, dass sie uns nicht zu nahe kommt, murmelte er erschrocken. Probieren Sie es aus, sagte Frau Wärmflasche geheimnisvoll. Wenn wir beide uns verstehen, wird es Nina besser gehen. Herr Schüttelfrost errötete.
Frau Wärmflasche sprach so freundlich mit ihm, dass ihm ganz warm ums Herz wurde. Ihm schien, als würde er ein wenig kleiner und wärmer werden. Sie meinen es gut, Frau Wärmflasche, sagte er, aber ich habe Angst. [...]


© 2006, Gabriel Verlag (Thienemann Verlag GmbH), Stuttgart/Wien, Text von Erwin Grosche, Illustrationen von Heike Herold


Autor: Erwin Grosche; Illustratorin: Heike Herold
Verlag: Gabriel Verlag 2006; Preis: 8,90 Euro
Alter: Ab 6 Jahre; 128 Seiten
ISBN 3-522-30092-0

  • Ein wunderbares Vorlesebuch für die Hausapotheke! Kinder lernen, dass Krankheiten wieder vorüber gehen, Windpocken ansteckend und Wärmflaschen getreue Freunde gegen Schüttelfrost sind. Phantasievolle Gesundheitserziehung, die Kindern und Eltern Spaß macht.

    Theo van Stiphout, Leiter des Geschäftsbereichs Versicherungspolitik im BKK Bundesverband