Unfallverhütung

Es grünt so grün - Gefahrenfrei im Garten

Frische Luft, das Kommen und Gehen der Jahreszeiten, Insekten und andere Kleintiere sowie mal mehr, mal weniger Platz für Bewegung. Ein Garten bietet Ihrem Kind eine Vielzahl neuer Entwicklungsmöglichkeiten. Erfahren Sie in unseren Tipps, wie Sie das Spielen dort sicher gestalten können.

Die 6 Tipps auf einen Blick
Kleine Gartenkinder spielen sicher, wenn...

  • sie den Garten nicht unbemerkt verlassen können - ein Zaun oder eine dichte Hecke verhindern dies.
  • Gärtengeräte und -chemikalien unzugänglich aufbewahrt werden.
  • es keine giftigen Pflanzen, Sträucher oder Bäume gibt.
  • Regentonne oder Wasserbecken abgedeckt und Teich bzw. Pool gesichert sind.
  • Spielgeräte sicher verankert und mit weichem Untergrund versehen wurden.
  • beim Grillen nicht mit Spiritus oder Benzin hantiert wird.


Tipp 1: Grenzen Sie Ihren Garten zur Straße hin ab
Obwohl man annehmen könnte, dass der eigene Garten interessant genug ist, zieht die Neugier viele kleine Kinder auf Nachbars Grundstück oder sogar an die gefährliche Straße. Damit Ihr abenteuerhungriges Kind nicht in einem unbeobachteten Moment auf "große Wanderschaft" geht, ist es wichtig, den Garten rundum einzuzäunen oder mit einer dichten Hecke abzugrenzen. Außerdem sollten Garten- und Garagentür stets verschlossen sein. Bei der Anschaffung eines Zauns ist darauf zu achten, dass dieser keine Spitzen hat oder schaftkantige Teile enthält. Von schmiedeeisernen Umzäunungen ist daher eher abzuraten.


Tipp 2: Gartengeräte und -chemikalien außer Reichweite aufbewahren
Aus Sicherheitsgründen sollten Rasenmäher, elektrische Heckenschere und andere gefährliche Gartengeräte sollten nicht betrieben werden, während Ihr Kind in der Nähe ist. Fertig mit der Gartenarbeit sollten Sie die praktischen Helfer immer direkt wegräumen und an einem sicheren Ort - etwa im verschließbaren Geräteschuppen - verstauen. Gleiches gilt auch für spitze und schaftkantige Harken, Rechen, Spaten oder Rosenscheren. Vorsicht gilt natürlich auch gegenüber Gartenchemikalien wie Dünger oder Pflanzenschutzmitteln und im Hinblick auf Holzlack oder Benzin - all dies gehört in einen gesicherten Schrank bzw. in ein Oberregal. Denken Sie bei Pflanzenschutz- und Düngemitteln an die Nachwirkung. Ihr Kind sollte in den Tagen nach dem Auftragen am besten nicht im Garten spielen. Vielleicht können Sie auch ganz auf die "chemische Keule" verzichten und stattdessen schonendere Alternativen einsetzen?

Ihr kleiner Gärtner steht trotzdem nicht mit leeren Händen da, hat er doch seine kindgerechten Gartenutensilien wie Schaufel, Harke, Eimer und Gießkanne, um Ihnen tatkräftig unter die Arme zu greifen.


Tipp 3: Wenn möglich alle giftigen Pflanzen verbannen
In einem Garten, in dem kleine Kinder spielen, haben giftige Pflanzen, Sträucher und Bäume nichts zu suchen - zu groß ist der kindliche Reflex alles anzufassen oder mit dem Mund zu inspizieren. Wenn Sie Verwandten oder Bekannten einen Familienbesuch abstatten, ist es hilfreich, die verbreitetsten Giftpflanzen zu kennen und sie beim gemütlichen Beisammensitzen unter freiem Himmel im Auge zu behalten.

Zu den giftigen Pflanzen in deutschen Gärten gehören:

  • Sehr giftig: Eisenhut-Arten, Engelstrompete
  • Giftig: Efeu, Samen und Nadeln der Eibe, Fingerhut, Goldregen, Lebensbaum, Maiglöckchen, Oleander, Gartenbohne (roh), Rhododendron-Arten, Christrose, Wolfsmilch-Arten

Informationsbroschüren zu giftigen Gartenpflanzen sind über die Giftnotrufe der Bundesländer, z.B. im Internet unter www.giftnotruf.de (Beratungsstelle Berlin) erhältlich.



Tipp 4: Offene Wasserquellen absichern
Immer wieder liest oder hört man von schrecklichen Kinderunfällen in Verbindung mit Teichen oder Swimmingpools... Hier sollten Sie ganz besonders vorsichtig sein: Am sichersten ist es, auf Gartenteich, Biotop oder Pool zu verzichten, bis Ihr Kind richtig schwimmen kann. Ist eine solche Wasserquelle bereits vorhanden, empfiehlt es sich dringend, diese mit einem mindestens 1,50 m hohen, nicht erkletterbaren Zaun zu sichern. Für den Teich eignet sich auch ein engmaschiges Stahlgitter, während von ebenfalls üblichen Auffang-Netzen eher abzuraten ist: Durch das Gewicht des Kindes können diese nachgeben und trotzdem dazu führen, dass es mit dem Kopf unter Wasser gerät.


Achtsamkeit gilt auch bei:
  • Regentonnen, die durch eine Kletterhilfe leicht zu einer gefährlichen Falle werden können. Verschließen Sie diese mit Hilfe eines Deckels oder Gitters.
  • Planschbecken, die im Sommer der absolute Hit sind. Lassen Sie Ihre kleine Wasserratte dort nie unbeaufsichtigt - durch Ausrutschen kann es bereits im weniger als 10 cm tiefen Wasser zum Ertrinken kommen.

Erschreckende Fakten zu Ertrinkungsunfällen

Das Ertrinken ist nach Verkehrsunfällen und Ersticken die dritthäufigste Todesursache bei Kindern im Alter von ein bis fünf Jahren.

Sehr viel häufiger kommt es zu einem "Beinah-Ertrinken", das aufgrund des Sauerstoffmangels oft mit schweren Spätschäden verbunden ist.

Kleine Kinder ertrinken meist schnell und lautlos. Weil sie einen anderen Körperschwerpunkt haben, sinken sie ohne nochmals aufzutauchen auf den Grund.

Die Zeitspanne zwischen Leben und Tod beträgt nur vier Minuten!



Tipp 5: Ungetrübter Spaß durch rundum gesicherte Spielgeräte
Achten Sie beim Kauf von Spielgeräten wie Schaukeln oder Rutschen auf das Vorhandensein des GS-Zeichens, das für Geprüfte Sicherheit steht. Mindestens ebenso wichtig sind der anschließend vorschriftsmäßige Aufbau sowie die feste Verankerung im Boden. Bei der Platzierung des Gerätes sollten Sie genügend Abstand zu Terrassen, Gartenwegen oder Beetumrandungen einhalten.
Kommt es mal zum Sturz, ist es gut, wenn Ihr Kind weich fällt. Zur Untergrundsicherung eignet sich zum Beispiel Rindenmulch, den es in jedem Garten- und Baumarkt gibt. Erhältlich sind jedoch auch spezielle Untergrundplatten aus Kunststoffen oder Kork.

Um auf Nummer sicher zu gehen, dass der Zahn der Zeit keine Schrauben gelockert oder Balken verrostet/ verwittert hat, sollten Sie das Spielgerät regelmäßig genauer unter die Lupe nehmen. Besonders wichtig sind solche Kontrollen im Frühling, wenn die Gartensaison wieder los geht.


Tipp 6: Sommerliche Grillfreuden? Aber sicher!
Sommer, Sonne und... Grillwürstchen! Klar, die gehören dazu! Die wichtigsten Regeln sind Ihnen sicherlich bekannt:
  • Feuer nicht mit Spiritus oder Benzin anzünden - eine hohe Stichflamme droht.
  • Die Feuerstelle durch einen windgeschützten Grillplatz vor Funkenflug abschirmen.
  • Keine leicht entflammbare Kleidung tragen - sollte doch mal ein Funke fliegen.
  • Zur Sicherheit einen Eimer Wasser und eine Decke neben dem Grill platzieren.
  • Feuer vollständig löschen - so beugen Sie kindlichen Verbrennungen an der ansonsten noch bis zu zwölf Stunden heißen Glut vor.