Unfallverhütung

Sicher in den eigenen vier Wänden

Die Gefahren der Welt "da draußen" lassen sich noch ein wenig Zeit. Bis zum Alter von etwa vier Jahren verunglücken Kinder am häufigsten zu Hause. Um dies zu verhindern, lesen Sie hier, welche Gefahrenquellen in Kinderzimmer, Küche und Co. berücksichtigt werden sollten.

Der Wickeltisch - Gefahrenstelle Nr.1 im Kinderzimmer
Eines der größten Unfallrisiken für Babys und Kleinkinder besteht in einem Sturz aus der Höhe, etwa vom Wickeltisch oder auch vom Sofa. Sicherlich wissen Sie, dass man ein quirliges und strampelndes Kind dort nicht alleine lassen darf. Doch vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal so ergangen: Gerade mit dem Wickeln begonnen, klingelt das schnurlose Telefon, das nur fünf Schritte entfernt liegt. Ist Ihnen der nun einsetzende Gedankengang bekannt: "Schnell hingerannt. Ich behalte das Baby ja fest im Blick, in den drei Sekunden wird schon nichts passieren."?

Wie die Erfahrung zeigt, ist diese Annahme nicht nur bei Kleinkindern, sondern bereits bei Neugeborenen trügerisch. Denn selbst wenn sich Ihr Kleines noch nicht drehen kann, ist ein Sturz durch ausgiebiges Strecken oder hin und her wippen möglich.

Folgende Sicherheitsregeln machen das Wickeln und den Wickeltisch sicher:   
  • Völlig auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie Ihr Baby auf dem Fußboden wickeln. Für Strampel- und Turneinlagen ist hier Platz im Überfluss.
  • Lassen Sie Ihr Kind nie auf dem Wickeltisch alleine. Halten Sie es stets mit einer Hand fest.
  • Mindestens drei Seiten des Wickeltisches sollten ausreichend erhöhte Seitenränder haben. Das Aufstellen in einer Raumecke bietet zusätzlichen Schutz.
  • Sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung und halten Sie alle Wickelutensilien in Griffweite bereit.
  • Müssen Sie sich weiter entfernen, so nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm oder legen Sie es auf den Boden.


Hände weg vom "Gehfrei"
Die rollenden Plastikgefährte für Krabbelkinder haben viele Namen: Gehfrei, Lauflernhilfe, Babywalker oder Lauflernschule. Eine große Gefahr geht von allen aus und das aus folgenden Gründen:

  • Durch die Strampel- und Laufbewegungen erreichen die Kleinkinder eine für sie nicht zu kontrollierende Geschwindigkeit von bis zu zehn (!) Stundenkilometern. Damit sind sie weit über ihre motorischen Fähigkeiten hinaus mobil.
  • Durch die plötzliche Erhöhung kommen sie an bisher nicht erreichbare Gegenstände wie Töpfe oder Tischdecken. Gefahr droht durch Verbrühungen, Glasunfälle oder das Herunterziehen schwerer Gegenstände. 
  • Das größte Gesundheitsrisiko stellt ein Treppensturz dar, der mit 83% die häufigste Gehfrei-Unfallart ist. Besonders tragisch: Stürzt das Kind mit der Lauflernhilfe eine Treppe hinunter, so schlägt es ab der dritten Stufe unweigerlich mit dem Kopf auf. Schwere Schädel-Hirn-Verletzungen oder gar Schädelbrüche sind die Folge.


Empfehlung:

Verzichten Sie auch auf das Benutzen von Lauflernhilfen. Sie bringen Ihr Kind nicht nur in erhöhte Unfallgefahr, sondern hindern es ganz im Gegensatz zur Bezeichnung "Lauflernhilfe" auch in seiner motorischen Entwicklung: Kinder, die in den Gehfrei gesetzt werden, trainieren falsche Bewegungsabläufe und lernen das Laufen daher niemals früher, sondern stattdessen schlechter.